Institut für Gesundheit, Sicherheit und Ergonomie im Betrieb

Psychische Fehlbelastungen und Gesundheit: Was macht krank, was hält gesund?

Der iga.Report 31 Risikobereiche für psychische Belastungen aus 2015 hat zahlreiche Studien zum Thema psychischen Fehlbelastungen und Gesundheit ausgewertet und kommt zu dem Schluss: „Psychische Belastungen können also sowohl eine Kraftquelle als auch Gefahr für Beschäftigte darstellen. Herzerkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen zählen u. a. zu den körperlichen Erkrankungen, die aus psychischen Fehlbelastungen resultieren können. Und auch psychische Erkrankungen wie Depression und Angststörungen können durch psychische Fehlbelastungen mit verursacht werden.

Hier sehen Sie eine Übersichtstabelle:


zum Vergrößern klicken (Quelle: Rau, R., IGA-Report 31, 2015, S. 36)

Aber auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat 2017 eine Publikation zu diesem Thema veröffentlich: Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt - Wissenschaftliche Standortbestimmung (Forschung Projekt F 2353, 2017) und sagt dazu:

Es konnten die Zusammenhänge von mehr als 20 Arbeitsbedingungsfaktoren mit psychischen Störungen, Muskel-Skelett- und Herz-Kreislauferkrankungen, dem Befinden, Beschwerden und der Leistung analysiert und beschrieben werden. In der Mehrzahl traten konsistente Zusammenhänge zwischen den Arbeitsbedingungsfaktoren und der psychischen Gesundheit auf.

Als häufigste psychische Gefährdungsfaktoren in Unternehmen werden folgende genannt (S. 83):

  • Arbeitsverdichtung/Leistungsdruck, oftmals verbunden mit Hinweisen auf betriebliche Umstrukturierungen, Kostensenkungsmaßnahmen und ausgedünnte Personaldecken.
  • Störungen bei der Tätigkeitsausführung, die überwiegend als Ausdruck mangelhaft gestalteter Arbeitsplätze und schlecht organisierter Arbeitsabläufe gesehen werden.
  • Defizite in der Qualität der sozialen Beziehungen auf drei Ebenen:   
    - der Führung (z.B. mangelnde Kommunikation, Unterstützung und Wertschätzung)
    - der kollegialen Zusammenarbeit (z.B. Konflikte in Teams) und
    - der Interaktion mit Kunden (z.B. Konfrontation mit verbaler und körperlicher Aggression)