Institut für Gesundheit, Sicherheit                            und Ergonomie im Betrieb

   USER DESIGN Zielgruppenbezogenes
   Informationsdesign

 
Fragezeichen im Kopf vermeiden
Grundlagen aus Theorie und Praxis
Tools und Beispiele für USER DESIGN
    1. Informationsdesign Kassenzone Schloss Schönbrunn
    2. Usability-Studie Websites WIFI Österreich
Warum ein Projekt zum NutzerInnen-zentrierten Design?
 

Fragezeichen im Kopf vermeiden


Die Welt ist voll von Information. Wir müssen komplizierte Fachtexte verstehen, bedienen komplizierte Ticketautomaten, werden von Leitsystemen in die Irre geführt, gehen auf verwirrenden Websites verloren, immer komplexer werdende technische Alltagswerkzeuge machen uns das Leben häufig auch nicht leichter.
 
User-bezogenes Design bzw. Usability bedeuten, dass Menschen bei der Nutzung von Produkten und Informationen nicht viel nachdenken müssen, wenig Fragen und Fehler auftreten und die gewünschten Ziele zufriedenstellend erreicht werden. Gutes Informationsdesign will Information rasch, verständlich und passend für die Zielgruppe/n anbieten.
 
Ob es sich um ein Leit- und Orientierungssystem handelt, um Informationsfolder oder -schilder, oder technische und interaktive Medien, es geht immer um Information, die bei den AdressatInnen gut und richtig ankommen soll. NutzerInnenzentriertes Design kann überall dort eine Rolle spielen, wo Menschen mit Information umgehen (müssen).
 

Grundlagen aus Theorie und Praxis


Damit Information auch richtig ankommt, muss sie erstens wahrgenommen und zweitens richtig interpretiert werden. Psychologische Erkenntnisse über die Prozesse der Wahrnehmung und der Informationsverarbeitung helfen dabei, bessere Lösungen für die Informationsvermittlung zu finden. Es wird untersucht, ob, wie viele und welche Informationen sinnlich (visuell, akustisch, haptisch, etc.) wahrgenommen werden, welche Bedeutung diesen Informationen zugeordnet wird (=Erleben) und ob bzw. wie dies in Handlungen (=Verhalten) umgesetzt wird.
 
Bei der Gestaltung ist es beispielsweise wichtig, sich am realen "workflow" zu orientieren, klare hierarchische Strukturen zu schaffen, an Vorwissen anzuknüpfen, Fachausdrücke in Alltagssprache zu übersetzen, anhand von praktischen Beispielen zu erklären, nach passenden Visualisierungen zu suchen, Inhalte sinnlich erfahrbar zu machen, etc.

Tools und Beispiele für USER DESIGN


Mit Hilfe geeigneter und der Aufgabenstellung angepasste Methoden (Interviews und Fragebögen, Focus-Gruppen, Usability-Tests, Eye Tracking, etc.) werden Gestaltungskonzepte entwickelt, getestet und optimiert. Am besten geschieht das schon sehr früh in der Entwurfsphase, denn dann sind Anpassungen des Konzeptes noch ohne großen Zeit- und Finanzaufwand möglich.
 
1. Informationsdesign Kassenzone
Schloss Schönbrunn

 
Auftraggeber: Schloss Schönbrunn Betriebs GmbH
Ziele: Ticket-Information und Leitsystem soll von BesucherInnen aus aller Welt leichter, rascher und klarer verstanden werden.
Aufgabe: Entwicklung, Tests und Gestaltung der Ticket-Informationen sowie eines Leit- und Orientierungssystems gemeinsam mit Grafikdesigner Viktor Solt-Bittner.
Methoden: Schrittweise Analyse, Design, Zielgruppen-Tests zur Prüfung der Verständlichkeit und Re-Design, bis aus der Bewertung der BesucherInnen die optimale Form entwickelt werden konnte.
 

  
Grafik: Viktor Solt-Bittner
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a) Ticket-Info Kassa: Dieser Ticketüberblick befindet sich im Kassenraum. Unser erster Entwurf (links oben) wurde von den multikulturellen BesucherInnen nur zu 50 % richtig verstanden, nach einigen Tests und Optimierungen erbrachte die letzte Modifikation (rechts oben) fast 90 % Verständlich- keit.


Wie aus dem Diagramm ersichtlich, hat sich aus der Sicht des Kassenpersonals nach der Neugestaltung der Ticket- Information die Anzahl der gestellten Fragen pro Verkaufsvorgang um zwei reduziert. 2005 wurden nach Angaben des Kassenpersonals durchschnittlich 5 Fragen gestellt, 2006 waren es durchschnittlich 3 Fragen.
Die Dauer pro Verkauf hat sich jedoch nicht verändert, sondern ist mit 2 Minuten gleich geblieben. (Hierbei muss berücksichtigt werden, dass seit 2006 jedeR BesucherIn zusätzlich auch nach dem Herkunftsland befragt werden muss.)


b) Ticket-Info Folder: Auf Basis der Ticket-Infos über den Kassen wurden auch Ticket-Info-Folder gestaltet, die in mehreren Sprachen aufliegen.

c) Leitsystem: Unübliche Informationen müssen an vielsprachige Besucher möglichst sprachfrei und allgemein- verständlich vermittelt werden. Zum Beispiel der Hinweis, dass man mit seinem Ticket zu einer bestimmten Zeit durch ein bestimmtes Gate gehen muss (siehe Grafik unten).


Grafik: Viktor Solt-Bittner


Die Tests ergaben nach einigen Durchgängen und Gestal- tungsänderungen, dass die BesucherInnen verstanden haben, was dieses Schild ihnen sagen will.


Ein weiteres Problem entstand im engen Kassenraum, weil zwei der vier Eintrittskassen für die BesucherInnen hinter Säulen unsichtbar waren.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Die hier dargestellten Beschilderungen informieren die BesucherInnen darüber, dass es vier Kassen gibt und ob diese offen oder geschlossen sind.

 
2. Usability-Studie Websites WIFI Österreich
 
Auftraggeber: WIFI Österreich
Ziele: Dauer, Schwierigkeiten und Erfolg bei Kurssuche und -buchung für KundInnen sollte festgestellt und Vorschläge zur Optimierung abgeleitet werden.
Aufgabe: Usability Studie zum BenutzerInnenverhalten für die WIFI- Websites und Print-Kursbücher an ca. 130 Personen gemeinsam mit FH-Studiengang Informationsdesign an der FH Joanneum.
Methoden: Eyetracking-Analysen, Usability-Tests, Zielgruppen-Befragung mit Online-Fragebogen, systematische Analyse der Ergebnisse, Vorschläge für ein Re-Design.
 
a) Usability-Test: Ein Usability-Test zeigt Menschen bei der Anwendung des Testobjektes. Es wird eine reale Aufgabe gestellt und beobachtet und dokumentiert, wo und wie oft die BenutzerInnen welche Schwierigkeiten in der Anwendung haben bzw. wie viel Zeit sie für die Ausführung der Aufgabe benötigen. Hier sehen Sie ein kurzes Beispiel eines Usability-Tests mit einer Testperson: http://www.youtube.com/watch?v=SFwU_rvMBaE
 

 
b) Screenshot Eye Tracking: Mit Hilfe eines Eyetracking-Gerätes und der zugehörigen Auswertungs-Software wird klar, welche Bildschirmbereiche in welcher Reihenfolge und wie lange betrachtet werden bzw. welche Bereiche gar nicht wahrgenommen werden. Sie sehen hier die summierten Ergebnisse mehrerer Testpersonen. Je intensiver rot der jeweilige Farbfleck ist, desto häufiger und länger wurde der entsprechende Bildschirmbereich von allen Personen betrachtet.
 
c) Auswertung Online-Befragung: Während die Eyetracking-Untersuchungen und Usability-Tests objektive Daten über das NutzerInnenverhalten liefern, gewinnen Befragungen und Interviews immer subjektive Meinungen und Bewertungen.
 

Warum ein Projekt zum NutzerInnen-zentrierten Design?


Unsere Leistungen bestehen in der Analyse, Konzeption, Optimierung und zum Teil auch Gestaltung von UserInnen-bezogener Information. Im Zentrum stehen dabei immer Tests an und mit der Zielgruppe, um die bestmögliche Informationsgestaltung zu gewährleisten.
 
Sie wollen:
 
Künftige oder bestehende Informationsprobleme Ihrer
      Zielgruppe so weit es geht reduzieren?
Mängel und Unzufriedenheiten, die sich aus
      unzureichendem Informationsdesign ergeben,
      systematisch in den Griff bekommen?
Als InformationsanbieterIn bei Ihrer Zielgruppe klar
      und gut ankommen?

Sie erreichen:
 
Sie erfahren auf der Basis von systematischen
      NutzerInnen-Tests, wie Ihre Information bei der Zielgruppe
      ankommt und ob bzw. wo Optimierungsbedarf
      besteht.
Sie erhalten konkrete Gestaltungsvorschläge, um die
      gewünschte Information für die Zielgruppe klarer,
      einfacher und besser verständlich zu machen.

Fachbegriffe:


Informationsverarbeitungsprozesse, Usability, userInnen-bezogenes Design, userInnen-zentriertes Design Informationsdesign, Kognitive Ergonomie