ERGO GUIDES - MitarbeiterInnen verbessern
Arbeitsbedingungen
Ergonomie in der Arbeitswelt
ERGO GUIDEs optimieren Arbeitsbedingungen
Das ERGO GUIDE-Qualifizierungsprogramm
ERGO GUIDE-Tools
1. ERGO-Guide Workshops
2. ERGO-Guide Follow Up
3. Betriebliche Organisations- und
Kommunikations-Tools
Warum ein ERGO GUIDE-Projekt?
Literatur
Dieses Projekt bzw. die Baxter AG hat den 1. Platz bei der Verleihung des Staatspreises für Arbeitssicherheit 2011 von Minister Hundstorfer überreicht bekommen.
Mehr zum Staatspreis (Fotos, Videos, PreisträgerInnen, etc.) >>
Ergonomie in der Arbeitswelt
Ergonomie im Arbeitsumfeld umfasst verschiedene Themen.
Es gibt Haltungen und Bewegungsabläufe , die physiologisch ungünstig sind, Beschwerden verursachen und die Arbeitsauführung erschweren. Auch psychisch belastende Arbeitsbedingungen haben Auswirkungen auf den Stütz- und Bewegungsapparat. Mehr dazu auf der Webseite der Arbeitsinspektion.
Auch Lärm wirkt als Störfaktor für Konzentration und Kommunikation - auch unterhalb eines gesundheitlichen Risikos für das Gehör. Lärm ist ein Stressor und löst demnach - wie jede als unangenehm bewertete Situation - auch physiologische Stressreaktionen aus (hormonelle Reaktionen, Muskelanspannung, etc.) Zwischen Lärm und Psyche gibt es ebenfalls Zusammenhänge. Mehr dazu auf der Webseite der Arbeitsinspektion.
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Beispiel: Das Flip-Chart zeigt, wieviel Prozent der TeilnehmerInnen eines Ergonomie-Seminares von welchen Belastungen betroffen sind. Ungenügende Licht- und Beleuchtungsverhältnisse führen zum Beispiel zu Blendung oder zu Dunkelheit und damit verbundener Müdigkeit. Eine visuelle Beeinträchtigung erschwert die Arbeit und stört nicht nur das Befinden. |
Ein Mensch, dessen Organismus Anpassungsleistungen an eine unbehagliche Klimasituation (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung) erbringen muss (Kühlen bei großer Hitze, Erwärmen bei Kälte) verliert ebenfalls Energie, die er für die Arbeit nicht mehr zur Verfügung hat.
Der menschliche Schlaf-Wach-Rhythmus bzw. auch Aktivierungs-Erholungsrhythmen lassen sich nicht beliebig an vorgegebene Arbeitszeittakte anpassen. Das macht sich insbesondere bei Schichtarbeit bemerkbar. Gesundheitliche Beschwerden insbesondere des Verdauungssystems und der Schlaf- und Erholungsfähigkeit sind neben sozialen Beeinträchtigungen (Familie, Freundeskreis) hier sehr häufig.
Auch psychische Belastungen bei der Arbeit werden oft missverstanden, obwohl sie zur Ergonomie gehören. Stört Lärm häufig die Konzentration, dann ist das auch eine psychische Fehl-Belastung. Kann ich meine Arbeit oft nicht ausführen, weil ich ständig dabei unterbrochen werde (Anrufe, Kollegen, nicht vorhandene oder defekte Geräte, Maschinen, fehlende Unterlagen, etc.) dann handelt es sich ebenfalls um eine psychische Fehl-Belastung. Psychische Fehl-Belastungen sind Arbeitssituationen, die permanent und "chronisch" das eigene Wohlbefinden und die reibungslose Arbeitsausführung beeinträchtigen.
Noch immer nicht wirklich berücksichtigt werden kognitive Belastungen, die zu den psychischen Belastungen gehören. Damit sind die Fragezeichen im Kopf gemeint, die immer dann auftauchen, wenn wir Produkte und Information benutzen (müssen), die uns mehr Unklarheiten als Klarheiten verschaffen. Die Usability, also Benutzungsfreundlichkeit eines solchen Gerätes ist Gestaltungssache und kein Zufall. Die psychologischen Grundlagen der Usability liefern Wissen darüber, wie Menschen wahrnehmen, Information im Kurzzeit- und Langezeitgedächtnis verarbeiten und wie Handlungen entworfen und ausgeführt werden. Psychische Fehl-Belastungen müssen wie alle anderen Gefahren und Belastungen im Rahmen der Evaluierung auch ermittelt und beurteilt werden.
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Ergo Guides bei der Arbeitsplatzanalyse und der Entwicklung von Verbesserungsideen gegen Mängel in der Arbeitssituation |
ERGO GUIDES optimieren Arbeitsbedingungen
Die Gestaltung von guten Arbeitsbedingungen ist nicht nur Aufgabe von außer- und innerbetrieblichen SpezialistInnen, vielmehr gelingt dies nur dort mit Akzeptanz und Nachhaltigkeit, wo sich die betroffenen Beschäftigten unmittelbar angesprochen und eingebunden fühlen.
Das "ERGO GUIDE-Konzept" verfolgt das Ziel, MitarbeiterInnen auf dem Gebiet der Ergonomie so weit zu qualifizieren, dass diese eigenständig mit Hilfe von strukturierten Checklisten Ergonomie-Probleme im Arbeitsumfeld erkennen und systematisch Lösungsideen entwickeln können. Die ausgebildeten MitarbeiterInnen (ERGO GUIDEs) sollen im eigenen Arbeitsumfeld und im KollegInnenkreis aktiv einen Beitrag zu mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz leisten und damit auch ihre Führungskräfte und die betrieblichen Fachkräfte unterstützen.
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Ergo Guides lernen Theorie und Praxis der Ergonomie kennen |
Das ERGO GUIDE-Qualifizierungsprogramm
MitarbeiterInnen eines Unternehmens erwerben im Rahmen eines kompakten Qualifizierungsprogramms Kompetenzen auf dem Gebiet der ergonomiebezogenen Gefahrenermittlung und -beurteilung. Ziel ist dabei vor allem Handlungskompetenz und nicht nur Theoriewissen. Es werden dazu betrieblich maßgeschneiderte und thematisch unterschiedliche 2-Tages-Workshops als Basis-Ausbildung angeboten, die 1 x jährlich durch eine bedarfsgerechte Follow-Up-Veranstaltung ergänzt werden.
Das Workshop-Konzept ist mehr als eine bloße Schulung. Es ist eine integrierte und nachhaltige Personal- und Organisationsentwicklungsstrategie unter aktiver Einbeziehung der MitarbeiterInnen-Ebene.
Der erfolgreiche Transfer des Programms in den betrieblichen Alltag benötigt entsprechend unterstützende Organisationsstrukturen.
Details zum ERGO GUIDE-Konzept und einer wissenschaftlichen Evaluierungsstudie dazu finden Sie in diesem Artikel.
ERGO GUIDE-Tools
1. ERGO GUIDE-Workshops (je 2 Tage)
Je nach Branche und Arbeitsbedingungen werden die konkreten Inhalte der Workshops für das Unternehmen mit Hilfe von Fotos aus dem Betrieb maßgeschneidert angepasst (z.B. ein Workshop Büro-Ergonomie, ein Workshop Produktions-Ergonomie).
Alle Workshops behandeln immer sieben Ergonomie- Themen: Haltungen / Bewegungen, Arbeitsplatzmaßen und Maschinen, Arbeitszeit, psychische Belastungen, Klima und Luft, Licht, Lärm.
Am ersten Tag werden die theoretischen Grundlagen der Ergonomie und die Methoden der Erhebung vermittelt. Am zweiten Tag führen MitarbeiterInnengruppen konkrete Projekte mit Analysen und der Entwicklung von Verbesserungsvorschlägen an Arbeitsplätzen im Betrieb durch.
Zielgruppe: Führungskräfte und MitarbeiterInnen aller Bereiche, aber auch spezielle Zielgruppen (z.B. Planungsabteilungen, EDV-Bereiche, Facility Management, SVP. ).
Unterlagen: Die erforderlichen Planungsmaterialien, Präsentationsunterlagen, Medienmaterial, Broschüren, Checklisten und Formulare liegen vor und werden an die betrieblichen Voraussetzungen angepasst.
2. ERGO GUIDE-Follow Up (1 Tag)
Einmal jährlich wird eine bedarfsgerechte Fortbildungsveranstaltung samt Erfahrungsaustausch angeboten. Vorab wird bei den ausgebildeten ERGO GUIDEs eine kurze E-Mail-Bedarfserhebung durchgeführt, an der sich das Programm orientiert.
Zielgruppe: Alle ausgebildeten ERGO GUIDEs.
Unterlagen: Es liegt ein Erhebungsblatt für die E-Mail-Befragung vor.
3. Betriebliche Organisations- und Kommunikations-Tools
Für eine nachhaltige Umsetzung des ERGO GUIDE-Konzeptes stehen weitere Tools für die Organisations- und Kommunikationsarbeit im Betrieb zur Verfügung (z.B. Aushänge, Info-Briefe, Newsletter, ...)
Warum ein ERGO GUIDE-Projekt?
Sie wollen:
Platzprobleme, ...) schon in der Planung vermeiden
bzw. beheben?
ergonomisch mangelhaften Arbeitsplätzen und
Arbeitsprozessen resultieren, systematisch in den
Griff bekommen?
Ressourcen im Betrieb wesentlich besser einsetzen?
Arbeitsbedingungen verbessern und gleichzeitig die
Arbeitsabläufe reibungsloser gestalten?
nicht nur als Expertenaufgabe sondern als Anliegen
der Unternehmenskultur und allen Beschäftigten
sehen?
Sie erreichen:
förderliches Arbeitsumfeld wird geschaffen und
laufend weiter entwickelt.
management wird über die Ergonomie dezentral und
partizipativ im Unternehmen verankert. Damit werden
Fachkräfte und Führungskräfte breit unterstützt.
kollektiv wirksam in betrieblichen Strukturen und
Prozessen verankert. Damit gelingt bedingungs-
bezogene und nachhaltige betriebliche Prävention und
Gesundheitsförderung.
| Das ERGO GUIDE Konzept wird auf der Webseite der Arbeitsinspektion als "Best Practice" Beispiel angeführt. |
Literatur
Dudak, E. und Korunka, C. (2007): Evaluation des Lerntransfers von betrieblichen Ergonomie-Ausbildungen in der Praxis. In: Kompetenzentwicklung in realen und virtuellen Arbeitssystemen", 53. Kongress d. Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (Hg.), GfA-Press, Dortmund, 2007, 189 - 192
Korunka, C., Dudak, E., Molnar, M. & Hoonakker, P. (2007): Organizational predictors of a successful implementation of an ergonomic training programm. Baltimore, USA.
Molnar, M. (2007): 124 Ergo Guides bei Baxter AG. Sichere Arbeit, 25-29.
Wittig, K. und Molnar, M. (2007): Ergonomie-Kompetenz bei ArbeitnehmerInnen entwickeln. In: Kompetenz- entwicklung in realen und virtuellen Arbeitssystemen", 53. Kongress d. Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (Hg.), GfA-Press, Dortmund, 2007, 185 - 188
Fachbegriffe:
Arbeitsbelastungen, Arbeitsbeanspruchungen, arbeitsbedingte Belastungen und Beanspruchungen, Arbeitsanalyse, Belastungsanalyse, Ergonomie, Verhältnisprävention, betriebliche Gesundheitsförderung


